Beauty & Style,

Bewegende Hommage an Gianni Versace

Mailand – Als sich der Vorhang für das Finale öffnete, brandete tosender Applaus auf. Denn da standen sie alle, die legendären Supermodels der 1990er-Jahre: Claudia Schiffer, Cindy Crawford, Naomi Campbell, Helena Christensen und Carla Bruni.

Es war der emotionale Höhepunkt der ohnehin schon hochemotionalen Versace-Show am Freitagabend auf der Mailänder Modewoche. Denn gewidmet hat Donatella Versace sie ihrem vor 20 Jahren ermordeten Bruder Gianni.

Gianni Versace wurde in den 1980er- und 1990er-Jahren mit seinen opulent-dekorativen und provozierend-erotischen Kollektionen weltberühmt – und schüttelte die für eine schlichte Eleganz stehende italienische Mode damals kräftig durch. Er gilt auch als Begründer der Supermodel-Ära.

Nach seinem Tod 1997 übernahm Donatella Versace das kreative Zepter – und verbeugte sich mit dieser Show vor dem Lebenswerk ihres Bruders. Sie brachte noch einmal einige seiner berühmtesten Drucke und markantesten Entwürfe als Neufassung auf den Laufsteg. Begleitet wurde diese Best-of-Parade von in die Musik eingearbeiteten Botschaften wie «Gianni, this is for you» («Gianni, das ist für dich»).

Einen emotionalen Moment hatte auch die Show von Roberto Cavalli. Dort debütierte der Engländer Paul Surridge als Kreativdirektor und umarmte beim Schlussapplaus den in der ersten Reihe sitzenden Namensgeber des Labels. Seine Berufung galt im Vorfeld als Wagnis. Denn Paul Surridge kommt aus der minimalistisch geprägten Männermode mit Berufsstationen wie Calvin Klein und Z Zegna. Roberto Cavalli hingegen steht für hypersexy Frauen. Und es scheint, als hätte der Neue bereits das richtige Gespür für eine zeitgemäße Fassung des Stils gefunden – mit Zebra-Maserungen als Druckmotiv, athletischen Einflüssen, starken Lederakzenten, einer linearen Schnittführung, aber auch kurvigen Silhouetten im Abendthema.

Etro schließlich fasste die Frauen- und Männermode in einer Show zusammen – folkloristisch, farbintensiv, kunstvoll bestickt. Typisch Etro eben.

Fotocredits: Luca Bruno
(dpa)

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